Aktionswoche im Oktober 2025
In Deutschland haben selbstständig erwerbstätige Frauen keinen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschutz. Obwohl das Thema im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert ist, gibt es bisher keine konkreten Pläne für die Umsetzung. Die Aktionswoche „Mutterschutz für Selbstständige“ im Oktober 2025 soll mit einem parlamentarischen Frühstück, einer Presseaktion vor dem Bundestag und einem Community-Event auf diese Absicherungslücke aufmerksam machen.
Bei einem fehlenden Mutterschutz für Selbstständige werden ausgerechnet die Frauen benachteiligt, die Arbeitsplätze schaffen, Steuern zahlen und Innovationen vorantreiben. Diese Lücke im System hat weitreichende Folgen. Das Bündnis Mutterschutz für Selbstständige warnt: „Unzureichende Mutterschaftsleistungen, fehlende Vertretungsstrukturen und der Ausschluss aus wichtigen Versicherungsleistungen führen zu wirtschaftlichen und gesundheitlichen Risiken für schwangere Selbstständige. Die Absicherungslücke benachteiligt selbstständige Frauen im Wettbewerb und hemmt die unternehmerische Vielfalt.“
Petition und Bündnis: Mutterschutz für Alle! e.V.
Um die Situation zu ändern, reichte Johanna Röh 2022 eine Bundestagspetition für gleiche Rechte im Mutterschutz für selbstständige Schwangere ein, die über 110.000 Unterschriften erhielt. Diese Petition zählt zu den erfolgreichsten der letzten Jahre und brachte das Thema bis in den Koalitionsvertrag 2025. Aus der Initiative um Röh entstand daraufhin der Verein Mutterschutz für Alle! e.V., der heute über 350 Mitglieder zählt. Der Verein initiierte ein breites Bündnis für den Mutterschutz für Selbstständige, das mittlerweile von 45 Organisationen unterstützt wird – darunter der Deutsche Hebammenverband, der Deutsche Anwaltverein, die Wirtschaftsjunioren Deutschland und der Bund der Selbständigen.
„Wir fordern daher von der Politik eine umfassende Reform: Der Mutterschutz für Selbstständige muss gesetzlich verankert und durch praxisorientierte, finanzielle und strukturelle Maßnahmen realisiert werden. Jetzt ist der Zeitpunkt, die Weichen für eine Umsetzung in dieser Legislaturperiode zu stellen.“, fordert das Bündnis Mutterschutz für Selbstständige.
Aktionswoche im Oktober 2025: Programm
Mit einer Aktionswoche „Mutterschutz für Selbstständige“ am 9. und 10. Oktober 2025 in Berlin macht das Bündnis die Dringlichkeit des Anliegens sichtbar und bringt Betroffene mit der Politik ins Gespräch. Medienvertreter*innen sind herzlich eingeladen, die Veranstaltungen zu begleiten und werden gebeten, sich vorab für die Veranstaltungen zu akkreditieren (siehe unten).
09.10.2025 – Parlamentarisches Frühstück: Dialog in Berlin zwischen Expert*innen, Unternehmerinnen und Politik. Schirmherrin ist Gitta Connemann (CDU, Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung). Unter anderem nehmen Mareike Lotte Wulf (Parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium), Mechthild Heil (MdB, Vorsitzende der Gruppe der Frauen in der Unionsfraktion) und Ulrike Häfner (Co-Bundesvorsitzende der SPD FRAUEN) teil. Hier wird auch das aktualisierte Forderungspapier des Bündnisses vorgestellt und diskutiert.
Ort: Café Einstein Unter den Linden, 7:00–8:30 Uhr
09.10.2025 – Presseaktion (Fototermin): Enthüllung einer Skulptur, die die Doppelbelastung von Selbstständigkeit und Mutterschaft verkörpert. Die symbolträchtige Figur – eine „Mutterschutz-Justitia“ mit Babybauch, Werkzeugen und vielen Armen – macht den „blinden Fleck“ im Arbeitsschutz sichtbar.
Ort: Vor dem Paul-Löbe-Haus, Berlin, 8:40 Uhr
10.10.2025 – Community-Event: Offenes Netzwerktreffen und Austausch in Berlin mit rund 150 Gründerinnen, Freiberuflerinnen und Unterstützer*innen. Geplant sind Paneldiskussionen, persönliche Erfahrungsberichte und Workshops rund um die Themen Selbstständigkeit und Familie.
Ort: smartvillage Berlin-Neukölln, Karl-Marx-Straße 101, 12043 Berlin, 12:30 – 17:00 Uhr.
Viele Selbstständige berichten von existenzbedrohenden Situationen rund um die Schwangerschaft und Geburt. Die Aktionswoche bietet authentische Geschichten, prägnante Zitate, medienwirksame Bilder und exklusive Gesprächsmöglichkeiten mit betroffenen Frauen.
Politische Stimmen und Unterstützung
Der politische Rückenwind wächst – doch jetzt zählt die Umsetzung. Politikerinnen aus Regierung und Opposition äußern sich zum Mutterschutz für Selbstständige.
Karin Prien (CDU), Bundesfamilienministerin seit Juli 2025, erklärte im Interview mit der Zeitschrift BRIGITTE auf die Frage, was sie in puncto Vereinbarkeit auf jeden Fall erreichen wolle: „Etwa den Mutterschutz für Selbstständige. Als Anwältin habe ich erlebt, wie herausfordernd es ist, wenn man diese Zeit komplett aus eigenen Ersparnissen finanzieren muss. […]“
Gitta Connemann (CDU), Vorsitzende der Mittelstands-Union und Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, fasst zusammen: „Mutterschutz als Pleiterisiko? Damit muss Schluss sein! Wir können auf erfolgreiche, kreative und starke Frauen im Mittelstand nicht verzichten. Deutschland braucht jede Unternehmerin – ihren Mut, ihren Tatendrang. Ohne Selbstständige keine Wirtschaft, keine Zukunft. Für mich ist eine finanzielle Entlastung selbstständiger Frauen daher eine klare Investition in die Zukunft unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft.“
Saskia Esken (SPD), Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt klar: „Selbständigkeit und Muttersein – das darf sich nicht ausschließen! Insbesondere rund um die Geburt eines Kindes sollen auch junge Unternehmerinnen den Schutz erfahren, den diese besondere Zeit braucht. Wir wollen deshalb den Mutterschutz für Selbständige endlich auf den Weg bringen. Mit gesetzlichen Ansprüchen und flexiblen praktischen Hilfen. Für mehr Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit! Packen wir es an.“
Sandra Stein – MdB (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hält fest: „Es darf nicht sein, dass Selbständige sich noch immer zwischen ihrer eigenen und der Gesundheit ihres Kindes auf der einen Seite, und finanzieller Sicherheit und ihrer unternehmerischen Tätigkeit andererseits entscheiden müssen. Wir müssen endlich die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Frauen ihre Selbständigkeit und ihre Mutterschaft sicher miteinander kombinieren können.“
Gökay Akbulut – MdB (DIE LINKE) stellt klar: „Viele Arbeitsschutzvorschriften, insbesondere die des Mutterschutzgesetzes, gelten bislang nicht für Selbständige. Dadurch kann eine Schwangerschaft oder Mutterschaft, insbesondere in der sensiblen Gründungsphase, zu einer existenziellen Bedrohung werden. Es ist erforderlich, dass sie in dieser Zeit eine faire finanzielle Absicherung erhalten. Wir wollen einen guten Mutterschutz für alle! Deshalb fordern wir – Die Linke – die Umsetzung europarechtlicher Regelungen zum Mutterschutz selbständiger Frauen in Deutschland.“
Kathrin Gebel – MdB (DIE LINKE) frauenpolitische Sprecherin von der Partei „Wir brauchen endlich Mutterschutz für alle! Das Krankentagegeld ist meist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und sorgt dafür, dass viele Frauen sich zwischen Familie und Beruf entscheiden müssen. Wir dürfen die Klein- und Solo-Selbständigen nicht mit Schwangerschaft und Mutterschaft im Stich lassen. Deswegen setze ich mich für einen vollumfänglichen Mutterschutz für alle ein – ob Selbständige, Studierende oder Bürgergeldempfangende.“
Parteiübergreifend scheint eine Einigung da zu sein, dass sich niemand zwischen Kind und Karriere entscheiden müssen sollte.
👉 Die Pressemitteilung vom 9.09.2025
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Porträt: Von der Tischlermeisterin zur Aktivistin
Ein Blick auf die Geschichte der Initiatorin Johanna Röh zeigt exemplarisch, was viele selbstständige Frauen bewegt. Röh (37) ging nach ihrer Ausbildung vier Jahre lang auf traditionelle Wanderschaft als Tischlergesellin – quer durch Europa, Kanada, Neuseeland und Japan. Mit dem Meistertitel in der Tasche gründete sie 2018 ihre eigene Tischlerei in Niedersachsen. Ihre Möbelstücke stießen sogar bei Angela Merkel auf Bewunderung. Es war eine klassische Erfolgsgeschichte – bis die Schwangerschaft den Einschnitt brachte. Aus diesem biografischen Einschnitt heraus entstand der Verein Mutterschutz für Alle! e.V. Damit begann für Röh der Weg von der Handwerkerin zur politischen Aktivistin – stellvertretend für viele Geschichten selbstständiger Frauen.
Johanna Röh steht für Interviews und Porträts gerne zur Verfügung.
Hier bekommen Sie einen Eindruck in den Werdegang und die persönliche Geschichte:
👉 Bilder: 5 Bilder des Werdegangs
👉 Youtube Das ist mein Traum // ZDF 37 Grad von Angelika Wörthmüller
👉 Youtube Johanna Röh // Lexware „Tell Your Story” von Sarah Ziegler
Pressekontakt:
Emma Brandes – 0179 234 5253 – events@mutterschutz-fuer-selbststaendige.de
Constanze Wolff – 0176 228 86904 – social@mutterschutzfueralle.de

Johanna Röh
Vorsitzende / Mutterschutz für Alle! e.V.
Phone: +004915736218718
E-Mail: johanna.roeh@mutterschutzfueralle.de
Website: www.mutterschutzfueralle.de
Social: @mutterschutzfueralle


